Hans Schwabe

Hans-Joachim Friedrich Wilhelm Schwabe,

21.10.1906, † 15.06.1944 in Le Havre,

In der Nacht vom 14./15.6. greifen 213 Lancaster-Bomber der Gruppen Nr. 1, 3, 5 und 8 des RAF-Bomber Command gezielt den Hafen von Le Havre und die dort konzentrierten deutschen leichten Seestreitkräfte an. Ein Flugzeug geht verloren. 22 Lancaster werfen jeweils eine 5,45 t schwere »Tallboy«-Bombe ab.

Es sinken oder werden zerstört:

die T-Boote -> FALKE, JAGUAR, MÖWE der 5. T-Flottille,

die S-Boote S 169, S 171, S 172, S 173, S 187 und S 188 der 4. S-Flottille,

die S-Boote S 66, S 84, S 100, S 138, S 142 und S 143 der 5. S-Flottille,

die S-Boote S 144, S 146 und S 150 der 9. S-Flottille (Chef der 5. S-Flottille Kptlt. Johannsen †),

die Geleitboote PA 1, PA 2,

die Räumboote R 182 und RA 9 (ex brit. ML 306),

die Minensucher M 3801, M 3802, M 3822, M 3855, M 3873, M 3874, M 4627,

die Vorposten-Boote V 207, V 1505, V 1506, V 1511, V 1537, V 1540, V 1541 und V 1805,

Artilleriefährprahm AF 69 sowie zahlreiche kleinere Hilfskriegsschiffe und Hafenfahrzeuge.

Am 12.6.1944 schrieb H. Schwabe seinen letzten Brief an seine Mutter, der sie erst nach seinem Tode erreichte. Er berichtete, dass die Front sie "nunmehr im wahrsten Sinne des Wortes" erreicht habe. Ihm ginge es gut, erkundigte sich nach dem sicherlich schönen grünen Garten und dem Wohlergehen der Familie und teilte mit, dass er dort im Hafen läge, wo sie ihren letzten Werftaufenthalt gehabt hätten (Anmerkung: Le Havre). Er beendete den Brief mit dem Hinweis, dass sie die Nacht wieder "raus" müssten.

Die vorletzte Ruhestädte - vor der Umbettung

Auf dem Torpedoboot Möwe fand Hans Schwabe nebst 11 weiteren Kameraden den Tod. Er wurde auf dem örtlichen Soldatenfriedhof zu Grabe getragen. Heute liegen seine sterblichen Überreste auf dem Cimetiere Ste.Marie / Deutscher Soldatenteil bei Le Havre.

Torpedoboot MÖWE

Torpedoboot MÖWE

Postkarte von Ludwig Carstens, Hamburg

Torpedoboote GREIF (vorne), im Kielwasser MÖWE

Torpedoboote GREIF (vorne), im Kielwasser MÖWE

Postkarte Verlag Hans Anders, Hamburg, datiert 02.02.1942

Hamburg, 25.03.1943

Liebe Mama!

Du wirst sicher erstaunt sein von mir aus Hamburg Post zu erhalten. Ich bin wieder auf Urlaub hier für 14 Tage. Kaum war ich aus dem letzten Urlaub an Bord und auf See, da hatten wir gleich ein Gefecht mit englischen Schnellbooten. Wir haben einen Torpedo erhalten und unser Boot ist gleich gesunken. Leider sind 30 Mann mit untergegangen und nur 27 gerettet. Ich habe fast zwei Stunden im Wasser geschwommen, ehe wir aufgenommen wurden, viel hätte nicht gefehlt und wir wären in Gefangenschaft geraten, es ist aber alles noch mal gut gegangen.

Das war am 11.03.43 morgens um 02.30 Uhr. Von meinem Eigentum ist alles verlorengegangen bis auf ein Taschentuch, dass ich in der Tasche hatte.

Jetzt kannst Du sicher auch verstehen, weshalb ich Dir keinen Kaffee mehr schicken konnte, es hat mir ja leid getan, aber es war ja nicht zu ändern.

Nun haben wir noch mal 14 Tage Urlaub zur Erholung, dann gibt es wieder ein neues Boot.

Viele Grüße dein Sohn Hans

Unbekannter Offizier bei der Verleihung des EK II an H. Schwabe

In der Familie wurde berichtet, dass Hans Schwabe einem im Wasser treibenden verletzten Kameraden geholfen habe. Hierfür wurde H. Schwabe mit dem EK II ausgezeichnet (siehe Bild).

Zu dem im Brief geschilderten Umständen war nichts weiter bekannt.

Recherchen ergaben, dass es in der Nacht vom 10. auf den 11.03.1943 zu einem Gefecht mit deutschen Marineeinheiten kam. An diesem Tag wurde wurde das Minensuchhilfsboot M 4620 im Kampf mit brit. MTB versenkt.

Nebst der Kennzeichnung M 4620 ist in offiziellen Quellen in Klammern der Name MS HARVESTEHUDE verzeichnet, wobei es sich um die zivile Kennung/Namensgebung handelt.

HARVESTEHUDE wurde 1939 für Hochseefischerei Hamburg (Andersen) von der Norderwerft K&M in Hamburg erbaut, von und für die Kriegsmarine vereinnahmt.

Hier wurde HARVESTEHUDE unter der militärischen Bezeichnung M 1201 der 12. M-Flottille (bis 1942) zugewiesen und wechselte dann zur 46. Minensuchflottille (nunmehr M 4620) mit Basis St.-Malo.

Die Versenkung erfolgte durch die britischen MTB 94 und MTB 96.

Drei Bootsmaate in Leder (Mitte H. Schwabe), beide anderen "unbekannt"

Bordleben

Text auf der Bildrückseite: das Gerät wird ausgebracht, H. Schwabe auf dem atlantischen Ozean

An Bord ohne weitere Angaben

Grundausbildung in Wilhelmshaven vor den Kasernengebäuden der II. Torpedo-Abteilung

Vereidigung in Wilhelmshaven auf dem Paradeplatz am Denkmal des französischen Admirals Coligny